14 Millionen Umsatz. Unternehmen tot.


Ein mittelständisches Unternehmen. 14 Millionen Umsatz. Der Inhaber, 62 Jahre, erhält eine schwere Diagnose.
Vier Monate später ist das Unternehmen nicht mehr existenzfähig.

Die Bank friert die Kreditlinien ein. Zwei Großkunden wechseln den Lieferanten.
Die Produktion stockt, weil niemand wusste, was weiter wird.

Der Inhaber überlebt. Das Unternehmen nicht.
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Er ist die Regel.

Die Lage

42 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben keine Regelung für den Tag X.
Quelle: DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2023.

Nicht, weil sie nachlässig sind. Sondern weil die Auseinandersetzung mit dem eigenen Weggehen die schwerste Aufgabe des Unternehmertums ist.

Drei Formen der Abhängigkeit

Operative Abhängigkeit
Der Inhaber unterschreibt alles. Entscheidet über jede Einstellung. Kennt jeden Kunden persönlich. Wenn er ausfällt, entscheidet niemand.

Wissensabhängigkeit
Der Inhaber weiß, wo die Schrauben liegen. Welcher Kunde Sonderwünsche hat. Welche Maschine besondere Pflege braucht. Dieses Wissen existiert nur in seinem Kopf.

Symbolische Abhängigkeit
Die Belegschaft fragt den Inhaber. Die Kunden rufen den Inhaber an. Die Bank spricht mit dem Inhaber. Solange er da ist, gibt es keine zweite Autorität.

Die Konsequenz

Laut IfM Bonn scheitern heute rund 30 bis 35 Prozent aller angestrebten Nachfolgen.
Der häufigste Grund: Das Unternehmen war zu inhaberabhängig — nicht für den Markt, aber für einen Käufer.

Inhaberabhängigkeit ist der meistgenannte Wertvernichtungsfaktor.
Abschlag: 0,5 bis 1,5 EBITDA-Multiples.
Das sind 500.000 bis 2.000.000 EUR — bevor verhandelt wird.

85 Prozent schaffen es nicht.
Aber wer heute liest und nachdenkt, gehört bereits zu den 15 Prozent. Das System existiert. Man muss es nur aufbauen.

Einige Maßnahmen

Trennung von Person und Unternehmen
Das Unternehmen muss funktionieren, ohne dass der Inhaber eingreift. Für drei Monate. Für zwölf. Strukturell und dauerhaft.

Wissen dokumentieren und übergeben
Alles, was nur der Inhaber weiß, muss aufgeschrieben und weitergegeben werden. Systematisch. Nicht nebenbei. Solange es nur im Kopf existiert, ist es nicht verfügbar. Es ist nur gelagert.

Zweite Führungsebene aufbauen
Menschen, die entscheiden können. Mit eigener Verantwortung. Mit eigenen Fehlern. Mindestens zwei bis drei Jahre vor der Übergabe.

Die Wahrheit

Unersetzlichkeit ist kein Verdienst. Sie ist ein Konstruktionsfehler.

Wer dreißig Jahre lang alles selbst entschieden hat, wird es in den nächsten dreißig Jahren auch so machen. Nicht aus Böswilligkeit. Sondern weil das die einzige Art ist, die er kennt.

Deshalb braucht es jemanden — ein Unternehmen, eine Person, ein System — der diesen Prozess von außen begleitet.

Die Frage

Gute M&A-Berater stellen dieselbe Frage. Der Zeitpunkt entscheidet alles.

Was passiert in Ihrem Unternehmen, wenn Sie morgen nicht kommen?

Die Antwort zeigt, ob Sie ein Unternehmen führen — oder ein Unternehmen sind.

Wie ist das bei Ihnen?