280.000 € ERP-Fehlinvestition vermieden durch 40.000 € Prozessbereinigung

Durchlaufzeit −28 % in 6 Monaten. Wirkung ohne Systemwechsel.


1. Problemtyp – Investitionsfehler (branchenübergreifend)

ERP-Investitionen scheitern selten an der Software.
Sie scheitern an der Annahme, dass Software schlechte Prozesse repariert.

In vielen KMU wird ERP eingesetzt, um:

Durchlaufzeiten zu senken

Transparenz zu schaffen

Schnittstellenprobleme zu lösen

Die Entscheidung wirkt logisch.
Ist sie aber systemisch falsch, wenn Prozesse ungeklärt sind.

2. Messbarer Schaden – Verlustlogik

Typische ERP-Folgen ohne Prozessklarheit:

hohe Einführungsaufwände

lange Parallelphasen

steigende Komplexität

keine messbare Wirkung

In diesem Fall konkret vermieden:

280.000 € Investitionskosten (Lizenzen, Customizing, Einführung)

zusätzliche Opportunitätskosten durch Stillstand und Doppelarbeit

keine Verbesserung der Durchlaufzeit in der Simulation erkennbar

Die eigentliche Gefahr:
Nicht die Fehlinvestition – sondern die Bindung an ein wirkungsloses System für Jahre.

3. Systemische Ursache – vor Technologie

Analyse vor Investitionsentscheidung zeigte:

Prozesse nicht eindeutig definiert

Übergaben uneinheitlich

Verantwortlichkeiten situativ

Durchlaufzeiten schwanken projektabhängig

ERP hätte diese Zustände:

nicht geklärt

sondern lediglich digitalisiert

Ein ERP bildet ab, was existiert.
Es korrigiert nichts.

4. Systemlogik – Blockade

Unklare Prozesse → falsche ERP-Anforderungen
Falsche Anforderungen → Customizing
Customizing → Komplexität
Komplexität → keine Wirkung

Solange Prozesse nicht stabil sind:

kann kein ERP beschleunigen

kann keine Transparenz entstehen

wird jede Investition spekulativ

ERP ohne Prozessklarheit ist keine Optimierung, sondern Fixierung des Fehlers.

5. Handlung – Minimal-Eingriff

Statt ERP-Einführung:

Prozessbereinigung als Vorstufe

Klärung von End-to-End-Prozessen

Definition klarer Übergabepunkte

Reduktion von Varianten

eindeutige Verantwortlichkeiten

Investition:
40.000 €

Zeitraum:
6 Monate

Kein Systemwechsel.
Kein Tool-Rollout.
Nur operative Klarheit.

6. Ergebnis – Zahl + Zeitraum

Nach 6 Monaten:

Durchlaufzeit −28 %

ERP-Investition nicht notwendig

operative Stabilität erhöht

Entscheidungsgrundlage für spätere Systemwahl geschaffen

Wirkung erzielt, ohne sich festzulegen.

7. Entscheider-Implikation (CEO / CFO)

Die rationalere Entscheidung war nicht:

„Welches ERP kaufen wir?“

Sondern:

„Sind unsere Prozesse investitionsfähig?“

Die eigentliche Kompetenz lag nicht im Kaufen,
sondern im Nicht-Investieren.

8. Psychologische Wirkung (hart)

Verlustvermeidung: 280.000 € nicht verbrannt

JOMO: Kein jahrelanges ERP-Projekt ohne Wirkung

Kontrolle: Entscheidung auf Basis von Systemlogik, nicht IT-Versprechen

Planbarkeit: Erst Wirkung, dann Investition

Kernaussage

Nicht jede Investition ist ein Fortschritt.
Manche Fortschritte entstehen, wenn man investitionsfähig wird –
und dann bewusst wartet.

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